Fahrlehrermangel: Vakanzzeit für den Fahrlehrerberuf liegt bei 307 Tagen

05.03.2025 • 307 Tage dauert es im Durchschnitt aktuell, bis eine offene Fahrlehrerstelle nach der Ausschreibung wieder besetzt werden kann. Diesen Wert – Vakanzzeit gennant – veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit. Ein weiterhin erschreckend hoher und alarmierender Wert!

Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg hat die Vakanzzeit für den Fahrlehrerberuf veröffentlicht. Diese ist auch 2024 weiter angestiegen. Mit inzwischen 307 Tagen ist der Wert außerordentlich hoch. Dies zeigt, dass weiterhin keine Entspannung in Bezug auf den Fahrlehrermangel zu verzeichnen ist. Die Vakanzzeit in Deutschland über alle Berufe liegt aktuell bei 155 Tagen. Damit ist die Vakanzzeit für den Beruf des Fahrlehrers fast doppelt so hoch.

Auch Berufe, über die in den Medien häufig berichtet wird, wie zum Beispiel Berufskraftfahrer (225 Tage Vakanzzeit) oder Berufe in der Altenpflege (277 Tage) liegen unter dem Wert für Fahrlehrer.

Was beschreibt die Vakanzzeit?

Die Vakanzzeit ist ein statistischer Wert der Agentur für Arbeit, die angibt, wie lange es durchschnittlich von dem Moment der Ausschreibung dauert, bis eine offene Stelle wieder besetzt wird. Für die Fahrschulbranche ist dieser Wert insbesondere deswegen besorgniserregend, da viele Fahrschulinhaber ihre offenen Stellen bei der Agentur für Arbeit gar nicht melden. Deswegen liegt dieser jetzt schon hohe Wert in der Realität vermutlich noch deutlich höher. Beachtet man die Altersstruktur der Fahrschulbranche – MOVING erwartet für 2025 ein Durchschnittsalter von über 55 Jahren – wird in den nächsten Jahren wohl keine Besserung zu erwarten sein, da die Nachfrage nach Fahrlehrerinnen und Fahrlehrern signifikant steigen wird.

Job-Garantie von den DVPI

Wir, die Fahrlehrer-Lehrer der DVPI, können aufgrund dieses hohen Bedarfs an zukünftigen Fahrlehrern daher eine Job-Garantie für diejenigen aussprechen, die die Ausbildung zum Fahrlehrer abschließen.

Staatliche Fördermaßnahmen nötig

Mit der geplanten Reform der Fahrschüler-Ausbildungsverordnung und der daraus folgenden Digitalisierung der Ausbildung – unter anderem mit der Integration von Fahrsimulatoren in der Ausbildung –, versucht die Politik dem Fahrlehrermangel und den daraus entstandenen höheren Führerscheinkosten entgegenzuwirken. Ein netter Versuch! Bei den aktuell schlechten Zahlen darf nicht darüber hinweg gesehen werden, dass langfristig nur durch gezielte staatliche Fördermaßnahmen diesem Trend entgegen gewirkt werden kann. Denn: Auch zukünftig werden in Deutschland viele professionell ausgebildete Fahrlehrer benötigt werden: Nach dem Rückganmg der Nachfrage nach dem Fühererschiein während der Corono-Pandemie sind die Zahlen auf Rekordhöhen gestiegen!

Habt Ihr Interesse an diesem schönen Beruf, wollt Ihr Fahrlehrerin oder Fahrlehrer werden? Dann meldet Euch bei dem DVPI in Eurer Nähe. Wir freuen uns auf Euch!

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